Drogenprävention
für Jugendliche

Am Dienstag, den 27. Januar besuchte der 28-jährige Autor Stefano Corsi die Schule am Schlosspark in Aulendorf, um den Schülern im Rahmen der Drogenprävention von seinem persönlichen Schicksal zu berichten. Mit: „ich war so alt wie Ihr, als ich zum ersten Mal in Kontakt mit illegalen Drogen kam…“, begann er seine Erzählungen vor den Siebt,- und Achtklässlern, die gebannt seinem Vortrag lauschten.

Die Authentizität der Drogenkarriere Corsis vom Kiffen über harten Drogen bis hin zur Abhängigkeit von Heroin zog die Schüler in den Bann. Gleichzeitig zeigte Corsi den Schülern vor allem die Gleichgültigkeit und Egomanie eines Junkies auf, der sich äußerst widerwärtig verhielt. Corsi las den Schülern einzelne Passagen aus seiner Biografie vor, die Wendepunkte in seinem Leben waren, zum Beispiel wie er zum Dealen kam. Er zeigte den Schülern vor allem seinen Weg sich aus der Sucht vom Heroin zu befreien, und wie schmerzhaft und schwierig sein Entzug anfing. 

„Ein Junkie wird sich immer daran erinnern wie es sich anfühlt drauf zu sein, aber auch wie schlimm der Absturz ist und falls er ihn überlebt wie schwer der Neuanfang ist.“ Sein Leben verlief aber weiter mit dem Konsum von legalen und illegalen Drogen. Statt LSD oder Marihuana trank Corsi dann exzessiv Alkohol und entging insgesamt nur knapp einer längeren Gefängnisstrafe. Auf die Frage eines Schülers welches denn für ihn die schlimmste Droge sei antwortete Corsi: „Heroin ist eine sehr schlimme Droge, aber genauso schlimm ist für mich der Alkohol, und der ist auch noch legal. Bedenkt das, wenn ihr das nächste Mal ein Bier aufmacht!“.

Ein weiterer Wendepunkt im Leben Corsis war die Entdeckung einer schweren Krankheit. Bei der Behandlung von Hepatitis C zeigten die Medikamente so starke Nebenwirkungen, dass er sich mehrfach versucht hatte selbst umzubringen. „Ich war fertig und ganz unten, um mich zwei Meter zu bewegen brauchte ich eine dreiviertel Stunde!“, zeigte den Schülern welche Auswirkungen der Kampf im Entzug und bei der Heilung haben kann.

Glücklicherweise überlebte Corsi seine Sucht und es gelang ihm im Anschluss neu anzufangen. Immer wieder zeigte er seine kreative Ader zu Schreiben, das ihm half alles zu verarbeiten und stark zu sein im Kampf gegen die Sucht.

Bei der abschließenden Podiumsdiskussion zeigten sich die Schüler interessiert am Weg Corsis und vor allem an seinen körperlichen und seelischen Narben. 

Seit 2009 hält Corsi vor allem in Bayern Vorträge und diskutiert mit Schülern über sein Leben und den Weg aus der Sucht.