Alle Schüler
sitzen in einem Boot!

Für die beiden achten Werkrealschulklassen der Schule am Schlosspark Aulendorf galt in der ersten Woche nach den Pfingstferien dieses Motto.

Begleitet durch die Lehrer Frank Rotte und Ingrid Ziegler, sowie durch die Schulsozialarbeiterin Tamara Kienzle ging es ins Schullandheim auf das Ijsselmeer nach Holland.

Alle trafen sich schon am Sonntag auf dem Schulparkplatz um den Bus zu packen und nach Enkhuizen/NL loszufahren. Müde, nach der langen Fahrt, erreichten die 30 Schülerinnen und Schüler mit ihren 3 Begleitern am Montagmorgen den Hafen von Enkhuizen. Der Bus war schnell entladen und alle wollten gespannt das Schiff, die Antoinette, sehen. Aber leider lief die Antoinette erst nach fast 2 Stunden Wartezeit in den Hafen ein. Die Schüler verbrachten die Wartezeit aber mit Seilspringen und Frühstücken bei Sonnenschein.

Da alle schon vorher wussten in welcher Kajüte sie untergebracht waren verlief der Bezug schnell und nach einem kleinen Lunch lief die Antoinette zum ersten Mal mit der neuen aulendorfer Besatzung aus. Der Maat erklärte allen „Leichtmatrosen“ wie die verschiedenen Segel zu setzen sind und die fast 450m² brachten dann das Flachbodenboot zügig voran. Die ungewohnte Witterung und der leichte Seegang, sowie der Schlafmangel bescherten dann einigen die erste Seekrankheit, die alle glücklicherweise in den Griff bekamen. Nach einer Wende kurz vor dem Ort Lemmer wurde der erste Zielhafen, der Ort Medemblik, angelaufen. Als die Antoinette im Hafen festgemacht war hatten alle den ersten Landgang und begegneten einer unbekannten, maritimen Umgebung. 

Nach der ersten Nacht in der eigenen Koje ging es am Dienstag bei 7 Windstärken nach Norden zur Stevensluizen und anschließend ins Wattenmeer. Wie kalt sich die 11 Grad Außentemperatur bei diesen Windbedingungen anfühlten überraschte doch einige Schüler. Frierenden wurden Pullover, Jacken oder Regenbekleidung geliehen, so dass alle die Überfahrt nach Texel gut überstanden. Im Hafen Oudeschild angekommen gab es für alle einen ausgedehnten Landgang mit dem Angebot ein typisch westfriesisches Fischlokal zu besuchen und Kibbeling zu probieren.

Mit einem gemeinsamen Spieleabend endete dann der erste Inseltag. 

Am nächsten Morgen stellte der Kapitän ein kaputtes Tau am Besansegel fest, so dass an diesem Tag das Segeln ausfallen musste. Alle Schüler bekamen dann ein Leihrad und machten einen Fahrradausflug nach de Koog an die Nordseeküste. Einige nutzten das traumhafte Wetter zu einem Sprung in die Nordsee. Nach dem Picknick an der Stranddüne erkundeten alle den Ort De Koog und fuhren gegen Nachmittag zurück in den Hafen. Viele Schüler fanden die äußerst gut ausgebauten Radwege sehr angenehm, vor allem, dass sie an fast jeder Kreuzung Vorfahrt hatten. Zurück im Hafen wurde der Fahrplan für den kommenden Tag festgelegt und nach einem weitern Spieleabend ging es dann ins Bett.

Der Donnerstag begann für alle sehr früh, da die Ebbe am ersten Zielort in Den Ouver ihren Tiefststand um 10.10 Uhr erreichte und bis dorthin waren erstmal 2 Stunden zu segeln. Dieser erste Schlag bescherte den Schüler aber Ausblicke auf Seevögelschwärme und Robben auf den Sandbänken direkt neben der Fahrrinne. Das erste Ziel wurde dann pünktlich erreicht und man machte sich auf den Weg zur Wattwanderung vor Den Ouver. Dieser außergewöhnliche Lebensraum wirkte auf viele zuerst sehr befremdlich, weil es schwer fiel sich im Watt sturzfrei fortzubewegen. Darüber hinaus entdeckten die Schüler Wattwürmerhäufen, Muscheln, Möwenkolonien, die viel größer waren als die Möwen bei uns und einige Krabben, die sich recht aggressiv zeigten, aber mit der richtigen Technik gut in der Hand zu beobachten waren. Nach einem Abstecher an die Fahrrinne kamen alle mehr oder wenigen vom Watt gezeichnet nach 2 Stunden wieder zurück auf festen Boden. Und nachdem sich alle im Hafen gründlich das Watt abgewaschen hatten, dürften auch alle wieder zurück an Board der Antoinette. Dort wurde dann das kaputte Tau gemeinsam repariert und nachdem sich einige im äußeren Hafenbecken abgekühlt hatten ging die Fahrt weiter zurück ins Ijsselmeer Richtung Stavoren. Die Überfahrt nutzten fast alle zu einem Besuch im Klüvernetz und ausgedehntem Sonnenbaden an Deck. Nach mehreren Überholmanövern, bei denen wie immer alle mit anpackten, wurde abends ca. 200 Meter vor Stavoren geankert und viele Schüler nutzten dies wiederum zum Baden. Den Grillabend an Deck im Sonnenuntergang werden sicherlich viele in besonderer Erinnerung behalten. Als dann alle satt waren lief die Antoinette gegen 21.45 Uhr in den Hafen von Stavoren ein.

Den letzten Morgen nutzen dann alle zu einem Einkaufsbummel in der kleinen Hafenstadt, und um 10.00 Uhr ging es dann auf dem letzten Schlag nach Enkhuizen noch einmal quer über das Ijsselmeer. Blies der Wind anfangs noch mit 2-3 Beaufort, ließ er Richtung Südwesten immer mehr nach und schlief fast gänzlich ein. Gleichzeitig stieg das Thermometer auf beinahe 30 Grad, so dass schon fast südseeähnliche Witterung herrschte. Tropische Temperaturen gab es dann im Hafen von Enkhuizen unter Deck beim Aufräumen der Kojen, Kajüten und des Aufenthaltsraums. Nachdem das Schiff komplett von der aulendorfer Besatzung leergeräumt war verabschiedeten sich alle „Leichtmatrosen“ beim Kapitän, dem Maat und dem Schiffshund und sehnten der Ankunft des Busses herbei. Vollgetankt brachte der Bus dann alle heil zurück nach Aulendorf.

Übrigens haben es alle Schülerinnen und Schüler geschafft eine Woche auf ihr Handy zu verzichten und bei allen anfallenden Arbeiten mitzuhelfen. So saßen alle gemeinsam in einem Bott und schafften es zusammen ins Ziel.