Language is the key!

Vorurteile abbauen, einen Flüchtling nicht nur als gesichtslosen Begriff oder gar Zahl und unbekannten Bewohner eines Hauses sondern als Menschen kennen lernen, mit ihm reden, Fragen stellen und Ansichten austauschen, oder sogar Gemeinsamkeiten entdecken, war das Ziel des Schülerinterviews an der Schule am Schlosspark in Au-lendorf. An 2 Tagen hatten die Sechst- bis Zehntklässler der Schule am Schlosspark die Möglichkeit jeweils für eine Schulstunde pro Klasse Mulham Khashan in engli-scher Sprache zu interviewen.
Schulsozialarbeiterin Tamara Kienzle hatte den Kontakt zu Herrn Khashan schon während des Flüchtlingsprojektes der Klasse W7a hergestellt.
Alle Klassen sollten in den vorausgehenden Klassenlehrerstunden Fragen sammeln, ins Englische übersetzen und notieren. Mithilfe der zum Interview anwesenden Eng-lischlehrerinnen und Englischlehrer sollte eine reibungslose Verständigung gewähr-leistet sein.
Zu Beginn jedes Interviews stellte sich Mulham Khashan als 29jähriger Flüchtling aus der syrischen Stadt Aleppo vor. Er betonte immer, dass er nur für sich selbst spreche und nicht für „die“ Flüchtlinge. In Syrien arbeitete er als graduierter Kommunikati-onsingenieur für eine Computerfirma und nun verbringt er seine ganze Zeit in Aulen-dorf damit so schnell wie möglich deutsch zu lernen, denn so seine Worte: „language is the key“. Auf die Frage der Schüler ob er denn arbeiten wolle sagte Khashan, dass er noch warten muss bis sein Arbeitsverbot als Flüchtling abgelaufen ist, aber dann will er auf jeden Fall arbeiten und Steuern bezahlen, denn er weiß genau, was Deutschland für ihn in seiner Notsituation tut, nämlich ihn vor dem Krieg beim ihm zu Hause ein sicheren Zufluchtsort zu geben und ihn zu versorgen. Außerdem will er, in dem er arbeitet dem Staat und allen Bürgern das zurückgeben was jeder arbeitende Bürger Deutschlands für ihn getan hat.
Viele weitere Fragen der Schüler zielten auf Khashans Lebenssituation in Syrien, den Krieg dort, die Rolle des IS, Fluchtgründe und seine Flucht nach Deutschland und Aulendorf.
Viele Schüler zeigten sich überrascht von der Unterbringung in Aulendorf, denn ein 4m² kleines Zimmer teilt sich Mulham Khashan mit einem weiteren Flüchtling. Dazu hat er noch ein Schrankteil, einen Tisch mit Stuhl und die Bettwäsche bekommen. Um alles andere muss sich Khashan selbst kümmern, aber das sei für ihn kein Problem, denn seine Deutschkenntnisse werden jeden Tag besser und die Aulendorfer sind freundlich zu ihm.
Zum Abschluss jedes Interviews wies Khashan die Schülerinnen und Schüler darauf hin, was für ein wichtiges Gut Frieden im eigenen Land ist und verurteilte explizit die Flüchtlige, die hier in Deutschland durch ihr Verhalten ein schlechtes Bild auch auf ihn und die allermeisten anderen Flüchtlinge werfen.
Die Schule am Schlosspark dankt hiermit Herrn Khashan für die Bereitschaft sich den Fragen, Ängsten und Sorgen der Schülerinnen und Schüler zur Verfügung zu stellen und wünscht ihm, seiner Familie und allen Flüchtlingen aus Kriegsgebieten Frieden und ein Ende des Leides.