Zehntklässler in Berlin, Tag und Nacht

(05.06.2016)

 

Am letzten Sonntag in den Pfingstferien wollten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse W10 der Schule am Schlosspark mit dem Zug auf den Weg in die Bundeshauptstadt nach Berlin zur Abschlussfahrt machen. Allerdings war die Zugverbindung zwischen Aulendorf und Biberach wegen eines Unwetters gesperrt, so dass die Klasse unter Begleitung von Lehrerin Ingrid Ziegler und Lehrer Frank Rotte mittels Schienenersatzverkehr Biberach erreichte. Die weitere Reise verlief störungsfrei, so dass Berlin am späten Vormittag erreicht wurde.

Nach dem Check-In im Hotel besichtigten die Schüler mit der Linie 100 Berlin fast wie in einer Stadtrundfahrt. Da in Berlin die Temperatur während der gesamten Woche immer nahe der 30 Grad Marke blieb, kamen im Bus schon die ersten mächtig ins Schwitzen.

Der erste Programmpunkt der Fahrt waren die Dungeons of Berlin, ein historisches Gruselkabinett, in dem Ausschnitte der Berliner Stadtgeschichte interaktiv gezeigt werden. Der erste Abend wurde dann gemeinsam auf der Dachterrasse des Hotels verbracht, bis ein Regenschauer alle in die jeweiligen Zimmer trieb.

Am Dienstag hieß es dann für alle früh aufstehen, denn um 8.30 Uhr wurden die Schüler im Reichstag zu einer Führung mit Kuppelbegehung erwartet. Nachdem alle durchleuchtet wurden fanden sich die Schüler auf der Tribüne des Bundestages ein, um sich von einem Guide die Arbeitsweise des Bundestages erklären zu lassen. Danach besichtigten die Schüler die Kuppel des Reichstages und machten sich anschließend  zum nahe gelegenen Abgeordnetenhaus auf, um den Abgeordneten des Landreises Ravensburg zu treffen und sich aus erster Hand über die Arbeitsweise eines Bundestagsabgeordneten zu informieren. Gestärkt vom Mittagessen in der Kantine des Bundestages wurde das Brandenburger Tor für ein Gruppenbild passiert und daran anschließend das Wachsfigurenkabinett von Madame Tussaud aufgesucht, um sich mit den Abbildern von unterschiedlichen Berühmtheiten fotografieren zu lassen. Abends besuchten die Schüler gemeinsam eine Vorstellung der Blue Man Group und anschließend noch auf ein Eis das Sony Center am Potsdamer Platz.

Der Mittwoch begann regnerisch mit der Anfahrt noch Hohenschönhausen zu einer Graffitiwerkstatt. Den Schülern wurde von 3 Graffitikünstlern gezeigt, wie sie mit Hilfe einer Schablone ein Graffiti selbst entwerfen können. Alle Schüler nahmen an diesem Workshop mit großer Begeisterung teil. Nach 2 Stunden harter künstlerischer Arbeit machte sich die Gruppe auf den Weg zu einer Führung entlang von Street Art und Graffiti durch den Osten Berlins. Mit der U-Bahn ging es dann weiter an die Bernauer Straße in die Berliner Unterwelten, wo Fluchttunnel und Schutzbunker besichtigt wurden. Die Hitze und Enge dort unten ging dabei nicht an allen spurlos vorüber. Am Abend freuten sich die Schüler auf den Besuch in der bekannten Diskothek Matrix an der Warschauer Straße, wo die allermeisten ausgelassen das Tanzbein schwangen.

Freizeit stand am Donnerstag bis 14.00 Uhr auf dem Plan, dann ging es in das ehemalige Stasigefängnis in Hohenschönhausen. Ein ehemaliger Häftling führte die Gruppe durch diese Anstalt menschlichen Martyriums und erzählte gegen Ende von seiner persönlichen Leidenszeit, die nach fast 3 Jahren anfang der achtziger Jahre mit einem Bustransport in den Westen endete. Der Rückweg in das Hotel führte die Klasse noch an der East Side Gallery vorbei, wo vor dem berühmten Bild „Bruderkuss“ ein Gruppenbild gemacht wurde. Auf dem Weg zur nächsten U-Bahn begegneten die Schüler dann zufällig 2 Protagonisten einer Daily Soap aus Berlin, die sich kurzzeitig für ein Selfie hergaben. Das letzte gemeinsame Abendessen fand dann in einem amerikanischen Diner statt und um 24.00 Uhr wurde ein Geburtstag begangen.

Schon war es Freitag und schnell waren die Koffer gepackt. Am Checkpoint Charly besuchte die Klasse die Ausstellung „The Wall“ des Fotokünstlers Asisi. Das realistisch gemalte Piktogramm beeindruckte alle Besucher. Danach ging es zum Kofferholen ins Hotel und dann ein letztes Mal mit der S-Bahn an den Berliner Hauptbahnhof. Ohne weitere Zwischenfälle ging es mit dem Zug zurück nach Aulendorf, wo dann alle ziemlich müde eintrafen.