Informationsabend: Sucht & Abhängigkeit
Am 30.01.2025 kam Herr Sauter von der Suchtberatungsstelle der Caritas Ravensburg, auf Einladung der Schulsozialarbeit vom Haus Nazareth, an die Schule am Schlosspark, um interessierte Eltern und Lehrkräfte über das Thema Drogen & Abhängigkeiten zu informieren. Herr Sauter berichtete, dass ein anhaltender Trend das Rauchen von Vapes (E‑Zigaretten) mit verschiedenen Liquids als Zusatz ist. Diese Liquids enthalten in der Regel Nikotin und Aromastoffe, können aber auch andere, gefährlichere Inhaltstoffe enthalten. Gut zu wissen: Die Legalisierung von Cannabis erlaubt zwar den Konsum ab 18 Jahren, allerdings nicht die Weitergabe an Jugendliche. Jugendliche und Erwachsene über 18 Jahre können mit bis zu 3 Jahren Gefängnis bestraft werden, wenn sie Cannabis an Jugendliche unter 18 weitergeben. Strafmündige Jugendliche (ab 14 Jahren), die nach Alkohol oder Drogenkonsum von der Polizei aufgegriffen werden, werden immer auch der Führerscheinstelle gemeldet, was zu Komplikationen und Mehrkosten beim Führerschein führt.
Wenn Jugendliche von Sucht betroffen sind, ist es wichtig, dass die Eltern den Konsum und die damit einhergehenden Verhaltensänderungen direkt ansprechen. Herr Sauter betonte: „Eltern sind immer noch die wichtigsten Bezugspersonen für Jugendliche. Sie können mit ihren Kindern Vereinbarungen bezüglich des Konsums treffen und diese einer gewissen Zeit überprüfen.“ Sollten die gewünschten Veränderungen nicht eintreten, können sich Eltern Unterstützung bei externen Fachstellen holen, z.B. bei Herrn Sauter.
Bei anderen Suchtentwicklungen – beispielsweise von Gaming und Social Media – ist es nicht viel anders als bei der Drogenabhängigkeit. Hier werden die Drogen nur durch die Medien ersetzt. Von Abhängigkeit spricht man, sobald man für den Konsum seinen Körper und sein soziales Umfeld stark verändert oder vernachlässigt.
Wenn Eltern dies bei ihrem Kind bemerken, können sie sich z.B. unter www.drugcom.de, www.klicksafe.de oder www.medienkurse-fuer-eltern.info informieren oder sich auch an eine regionale Suchtberatungsstelle wenden.
Wir bedanken uns beim Haus Nazareth als Organisator und bei Herrn Sauter für die interessanten und spannenden Einblicke.
Informationsabend: Verstehen Sie ihr Kind?
Am Montag, den 03.02.25 organisierten die Schulsozialarbeiterinnen vom Haus Nazareth an der Schule am Schlosspark für alle Eltern und Interessierten einen Vortrag zum Nachdenken: Herr Weiland von der therapeutischen Praxis Therapeia aus Bad Waldsee führte die 22 teilnehmenden Personen – dazu gehörten Eltern als auch LehrerInnen der Schule – in die Welt der Gehirnforschung und Entwicklungspsychologie ein. Anschaulich beschrieb er das Zusammenspiel zwischen limbischen System und der Amygdala und machte durch eine Übung den Zuhörerinnen und Zuhörern greifbar, dass „Bewegung hilft, wo Sprache versagt“ (Ludwig Koneberg).
Stress und Verhaltensblockaden (Koppelung von Themen mit negativen Gefühlen) führen oft zu unerwünschtem Verhalten bzw. Vermeidungsverhalten. Wichtig ist es deshalb, sich seiner eigenen Gefühle und Themen bewusst zu werden und darauf zu achten, welche Gefühle man in der Familie (sicherer Ort) unter anderem durch die Mimik an die Kinder weitergibt. Eine zentrale Aussage seines Vortrags: Hinter Wut, Angst oder Vermeidungsverhalten steckt zumeist fehlender Körperkontakt. Nicht nur für Babys ist Körperkontakt und Nähe existentiell, sondern auch für ältere Kinder.
Hier sind wir als Eltern gefragt, Rituale mit körperlicher Nähe zusammen mit unseren Kindern zu etablieren. Dazu gehören das gemeinsame Sitzen im Kreis oder um den Esstisch – ohne mediale Ablenkung – und die tägliche Begrüßung und Verabschiedung mit einer kurzen Berührung können Elemente sein, die zur Beruhigung der Gefühle wie Angst und Wut und zum Abbau von Stress beitragen.
Dabei darf laut Herrn Weiland nicht vergessen werden, dass Kinder im schulischen Kontext aufgrund ihres Standes ihrer Hirnreifung eben nicht für sich und „das Leben“ lernen, sondern sich einzig für die Beziehungspersonen anstrengen –also Lehrkräfte und Eltern.
Wir bedanken uns recht herzlich bei Herr Weiland für die spannenden Einblicke und den abwechslungsreichen Abend!
