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Real­schu­le und Werkrealschule

Prä­ven­ti­on, die ent­ta­bui­siert: Vor­trag zu Lebens­kri­sen und Suizidalität

Ein wich­ti­ges und zugleich sen­si­bles The­ma stand kürz­lich im Mit­tel­punkt einer Prä­ven­ti­ons­ver­an­stal­tung an der Ver­bund­schu­le: „Hil­fen in Lebens­kri­sen“. In jeweils 45-minü­ti­gen Vor­trä­gen erreich­te die Refe­ren­tin Danie­la Fied­ler von U25 Cari­tas Biber­ach-Saul­gau alle vier neun­ten Klas­sen und schuf einen Raum für Auf­klä­rung, Aus­tausch und Nach­den­ken. Orga­ni­siert wur­de die Ver­an­stal­tung von den Schul­so­zi­al­ar­bei­te­rin­nen Cor­ne­lia Wid­mann und Kers­tin Kai­fel vom Haus Naza­reth, die damit ein wich­ti­ges Zei­chen für Prä­ven­ti­on und Unter­stüt­zung im Schul­all­tag setzten.

Im Fokus des Vor­trags stand zunächst das The­ma Stress – ein all­täg­li­cher Beglei­ter vie­ler Jugend­li­cher. Schu­le, Leis­tungs­druck, Prü­fun­gen und die Her­aus­for­de­run­gen der Puber­tät wur­den als zen­tra­le Belas­tungs­fak­to­ren benannt. Dar­an anknüp­fend wur­de der Begriff „Kri­se“ näher beleuch­tet. Eine Kri­se, so mach­te Frau Fied­ler deut­lich, sei immer bei­des: Gefahr und Chan­ce zugleich. Gera­de in der Puber­tät glei­che sie oft einem Draht­seil­akt, bei dem Jugend­li­che beson­ders ver­letz­lich sind, aber auch die Mög­lich­keit zur per­sön­li­chen Ent­wick­lung haben. Ein beson­ders ein­drück­li­cher Teil des Vor­trags beschäf­tig­te sich mit Sui­zid­ge­dan­ken. Häu­fig ste­he dahin­ter weni­ger der Wunsch zu ster­ben, als viel­mehr der Wunsch nach einer Pau­se vom Leben wie es aktu­ell erlebt wird, erklär­te die Refe­ren­tin. Gleich­zei­tig wur­de deut­lich gemacht, dass das The­ma Sui­zid nach wie vor ein Tabu­the­ma in der Gesell­schaft ist – umso wich­ti­ger ist es, offen dar­über zu spre­chen und durch geziel­te Prä­ven­ti­ons­ar­beit früh­zei­tig vorzubeugen.

Auch Zah­len und Fak­ten wur­den the­ma­ti­siert, um die gesell­schaft­li­che Rele­vanz zu ver­deut­li­chen: In Deutsch­land ster­ben jähr­lich etwa 10.000 Men­schen durch Sui­zid – das ent­spricht einem Todes­fall etwa alle 50 Minu­ten. Die Zahl der Sui­zid­ver­su­che liegt laut Sta­tis­ti­schem Bun­des­amt bei rund 100.000 pro Jahr, wobei die unter 25-Jäh­ri­gen die Alters­grup­pe mit der höchs­ten Sui­zid­ver­suchs­ra­te dar­stellt. Zudem wur­de dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Sui­zid­zah­len anstei­gend sind. Damit ist Sui­zid eine der häu­figs­ten Todes­ur­sa­chen und über­steigt sogar die Todes­fall­zah­len von allen Ver­kehrs­un­fäl­len, ille­ga­lem Dro­gen­kon­sum und Ertrin­ken zusammen.

Ein wei­te­rer Schwer­punkt lag auf Warn­si­gna­len, die auf eine mög­li­che Gefähr­dung hin­wei­sen kön­nen. Dazu zäh­len ver­ba­le Äuße­run­gen wie „Dann bin ich eh nicht mehr da“, aber auch kör­per­li­che und ver­hal­tens­be­zo­ge­ne Ver­än­de­run­gen wie Ver­nach­läs­si­gung der Kör­per­pfle­ge oder Appe­tit­lo­sig­keit. Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler wur­den dafür sen­si­bi­li­siert, sol­che Signa­le ernst zu nehmen.

Neben der Pro­blem­er­ken­nung spiel­te auch die Fra­ge „Was kann ich tun?“ eine zen­tra­le Rol­le. Frau Fied­ler stell­te ver­schie­de­ne Unter­stüt­zungs- und Hilfs­an­ge­bo­te vor und gab kon­kre­te Hand­lungs­emp­feh­lun­gen. Dazu gehört bei­spiels­wei­se die kos­ten­lo­se und anony­me Online­be­ra­tung von U25, bei der sich jun­ge Men­schen unkom­pli­ziert Unter­stüt­zung bei geschul­ten jun­gen Men­schen holen kön­nen. In der Schu­le kön­nen sich die Schü­le­rin­nen und Schü­ler auch bei der Schul­so­zi­al­ar­beit Hil­fe holen, die im Umgang mit Sui­zi­da­li­tät eben­falls geschult ist. Dar­über hin­aus wur­den sowohl hilf­rei­che Ver­hal­tens­wei­sen („Do’s“) als auch Din­ge, die man ver­mei­den soll­te („Dont‘s“), anschau­lich erläu­tert. Beson­ders betont wur­de, wie wich­tig es ist, auf die eige­nen Gren­zen zu ach­ten und sich selbst nicht zu überfordern.

Die Ver­an­stal­tung wur­de von den Klas­sen auf­merk­sam ver­folgt und bot vie­len Jugend­li­chen wich­ti­ge Impul­se für den Umgang mit eige­nen Belas­tun­gen sowie für die Unter­stüt­zung von Mit­schü­le­rin­nen und Mitschülern.

Ein herz­li­cher Dank gilt dem För­der­ver­ein Gemeinsam.Sicher e. V. vom Land­kreis Ravens­burg, der durch sei­ne finan­zi­el­le Unter­stüt­zung die­ses wich­ti­ge Prä­ven­ti­ons­an­ge­bot ermög­licht hat. Ohne die­ses Enga­ge­ment wäre eine sol­che Ver­an­stal­tung nicht rea­li­sier­bar gewesen.

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