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Real­schu­le und Werkrealschule

Selbst­be­haup­tung und Selbst­ver­tei­di­gung als wich­ti­ger Bei­trag zur Gewaltprävention

Wie kön­nen Kin­der ler­nen, ihre eige­nen Gren­zen wahr­zu­neh­men, selbst­be­wusst auf­zu­tre­ten und sich in schwie­ri­gen Situa­tio­nen Hil­fe zu holen? Die Schul­so­zi­al­ar­beit der Schu­le am Schloss­park sieht dar­in einen wich­ti­gen Bau­stein der Prä­ven­ti­ons­ar­beit. Des­halb haben die Mit­ar­bei­te­rin­nen des Haus Naza­reth Sig­ma­rin­gen, Kers­tin Kai­fel und Cor­ne­lia Wid­mann, auch in die­sem Schul­jahr im Rah­men der The­men­ta­ge am 23. und 24. Juli 2026 erneut Work­shops für die Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Klas­sen­stu­fe 5 organisiert.

Für die Mäd­chen fand ein Selbst­be­haup­tungs­kurs mit Frau Manue­la Dirolf, ehe­ma­li­ge Kri­mi­nal­be­am­tin (a. D.), Heil­prak­ti­ke­rin und Trau­ma­the­ra­peu­tin, statt. Der soge­nann­te „Mut­mach-Kurs“ ver­mit­tel­te den Teil­neh­me­rin­nen auf ein­fühl­sa­me und zugleich pra­xis­na­he Wei­se, wie sie ihre eige­nen Gren­zen erken­nen, die­se klar kom­mu­ni­zie­ren und in unan­ge­neh­men Situa­tio­nen selbst­be­wusst han­deln kön­nen. Zu Beginn des Work­shops stand die Wis­sens­ver­mitt­lung im Mit­tel­punkt. Gemein­sam erar­bei­te­ten die Mäd­chen unter ande­rem, was per­sön­li­che Gren­zen sind, wie Grenz­ver­let­zun­gen erkannt wer­den kön­nen und was unter sexua­li­sier­ter Gewalt ver­stan­den wird. Die Refe­ren­tin mach­te deut­lich, dass viel Wis­sen der bes­te Schutz vor sexua­li­sier­ter Gewalt ist. „Ein Satz zog sich dabei wie ein roter Faden durch den gesam­ten Work­shop“, so die Schul­so­zi­al­ar­bei­te­rin Kers­tin Kai­fel: „Ein Nein zu ande­ren ist ein Ja zu mir selbst.“ Die­ser Leit­satz wur­de im Lau­fe des Work­shops immer wie­der auf­ge­grif­fen, damit er sich bei den Mäd­chen nach­hal­tig ver­in­ner­licht und sie dar­in bestärkt, für ihre eige­nen Bedürf­nis­se und Gren­zen ein­zu­ste­hen. Im prak­ti­schen Teil konn­ten die Schü­le­rin­nen das Gelern­te direkt anwen­den. Sie übten, laut und deut­lich „Las­sen Sie mich in Ruhe!“ zu rufen, um Auf­merk­sam­keit zu erzeu­gen und sich klar abzu­gren­zen. Dabei wur­de bewusst dar­auf geach­tet, einen mög­li­chen Angrei­fer kon­se­quent zu sie­zen. So erken­nen umste­hen­de Per­so­nen schnel­ler, dass es sich nicht um einen fami­liä­ren Kon­flikt, son­dern um eine bedroh­li­che Situa­ti­on han­delt und Hil­fe erfor­der­lich ist. Außer­dem trai­nier­ten die Mäd­chen ihre kör­per­li­che Selbst­be­haup­tung, indem sie zunächst mit der fla­chen Hand und anschlie­ßend mit einem Schlag­stock gegen eine Box­prat­ze schlu­gen. Die Übun­gen soll­ten Hemm­schwel­len abbau­en und den Teil­neh­me­rin­nen ver­mit­teln, dass sie sich im Ernst­fall ent­schlos­sen zur Wehr set­zen dür­fen. Dar­über hin­aus erhiel­ten die Schü­le­rin­nen wich­ti­ge Hand­lungs­mög­lich­kei­ten für poten­zi­el­le Gefah­ren­si­tua­tio­nen. Fühlt man sich unwohl oder hat das Gefühl, ver­folgt zu wer­den, gilt die Regel der „3 L“: Lärm machen, ins Licht gehen und zu Leuten. Durch die­se ein­fa­chen, aber wir­kungs­vol­len Ver­hal­tens­stra­te­gien kön­nen gefähr­li­che Situa­tio­nen häu­fig ent­schärft oder ganz ver­mie­den wer­den. Anschau­li­che Bei­spie­le aus der lang­jäh­ri­gen poli­zei­li­chen Erfah­rung der Refe­ren­tin sowie Ele­men­te aus ihrem Prä­ven­ti­ons­pro­gramm ver­deut­lich­ten, wie wich­tig Mut, Auf­merk­sam­keit und ent­schlos­se­nes Han­deln sind.

Für die Jun­gen orga­ni­sier­te die Schul­so­zi­al­ar­beit einen Selbst­ver­tei­di­gungs­kurs mit dem Anti-Aggres­si­ons­trai­ner Herrn Artur Ribit­sch, Mit­ar­bei­ter im VALUE-Bereich des Erzb. Haus Naza­reths. In einem pra­xis­na­hen Trai­ning ver­mit­tel­te er den Schü­lern grund­le­gen­de Stra­te­gien der Selbst­be­haup­tung, Dees­ka­la­ti­on und Selbst­ver­tei­di­gung. Ziel des Work­shops war es, die Jun­gen dar­in zu stär­ken, Gefah­ren­si­tua­tio­nen früh­zei­tig zu erken­nen, ihre eige­nen Gren­zen wahr­zu­neh­men und in schwie­ri­gen Situa­tio­nen beson­nen und selbst­be­wusst zu han­deln. Zu Beginn des Work­shops führ­te Herr Ribit­sch die Teil­neh­mer in das soge­nann­te Ampel­prin­zip ein. Anhand der Far­ben Grün, Gelb und Rot lern­ten die Jun­gen, ihre eige­nen Gefüh­le und Kör­per­si­gna­le bewusst wahr­zu­neh­men und rich­tig ein­zu­ord­nen. Grün steht dabei für eine ent­spann­te und siche­re Situa­ti­on, Gelb signa­li­siert erhöh­te Auf­merk­sam­keit und Anspan­nung, wäh­rend Rot deut­lich macht, dass eine per­sön­li­che Gren­ze erreicht ist und ent­schlos­se­nes Han­deln erfor­der­lich wer­den kann. Die Schü­ler erfuh­ren, wie wich­tig es ist, auf das eige­ne Bauch­ge­fühl zu ver­trau­en und die­ses als wert­vol­len Hin­weis auf mög­li­che Gefah­ren­si­tua­tio­nen ernst zu neh­men. Ein wei­te­rer Schwer­punkt lag auf der Dees­ka­la­ti­on: Die Jun­gen erfuh­ren, wie sie durch Abstand, Aus­wei­chen und umsich­ti­ges Ver­hal­ten gefähr­li­che Situa­tio­nen oft schon im Vor­feld ent­schär­fen kön­nen. Für den Ernst­fall zeig­te Herr Ribit­sch zudem ein­fa­che Selbst­ver­tei­di­gungs­tech­ni­ken, etwa das Befrei­en aus Grif­fen. Dabei wur­de stets betont, dass Selbst­ver­tei­di­gung aus­schließ­lich dem Eigen­schutz dient und das Ziel immer ist, sich in Sicher­heit zu brin­gen und Hil­fe zu holen. Wäh­rend des gesam­ten Work­shops leg­te Herr Ribit­sch gro­ßen Wert auf kla­re Regeln und gegen­sei­ti­gen Respekt. Ver­läss­lich­keit, Dis­zi­plin und Team­geist wur­den als wich­ti­ge Bestand­tei­le der Selbst­be­haup­tung ver­mit­telt. Klei­ne kör­per­li­che Übun­gen wie bspw. Lie­ge­stüt­zen, dien­ten dabei nicht als Stra­fe, son­dern soll­ten den Schü­lern ver­deut­li­chen, Ver­ant­wor­tung für das eige­ne Ver­hal­ten zu über­neh­men und gemein­sam ver­ein­bar­te Regeln ein­zu­hal­ten. Mit zahl­rei­chen prak­ti­schen Übun­gen und rea­li­täts­na­hen Bei­spie­len gelang es Herrn Ribit­sch, den Jun­gen anschau­lich zu ver­mit­teln, wie sie selbst­be­wusst auf­tre­ten, Kon­flik­te mög­lichst ver­mei­den und sich im Ernst­fall ange­mes­sen schüt­zen kön­nen. Beson­ders viel Spaß berei­te­te den Jun­gen die Übungs­ein­heit, in der sie sich gegen Herrn Ribit­sch, der eine voll­stän­di­ge Schutz­mon­tur trug, ohne Zurück­hal­tung zur Wehr set­zen durf­ten. Dabei konn­ten sie ihre erlern­ten Tech­ni­ken anwen­den und ihre Kräf­te unter siche­ren Bedin­gun­gen voll ausprobieren.

Die bei­den Prä­ven­ti­ons­an­ge­bo­te ver­mit­tel­ten den Schü­le­rin­nen und Schü­lern der 5. Klas­sen nicht nur prak­ti­sche Fähig­kei­ten, son­dern stärk­ten auch ihr Selbst­ver­trau­en und ihre Hand­lungs­si­cher­heit.

Ein herz­li­ches Dan­ke­schön gilt Frau Dirolf und Herrn Ribit­sch für die enga­gier­te Durch­füh­rung der Work­shops. Eben­so bedankt sich die Schu­le ganz herz­lich beim Ver­ein Gemeinsam.Sicher e. V. aus dem Land­kreis Ravens­burg, der durch sei­nen finan­zi­el­len Zuschuss i.H.v. 600,- € die­se wich­ti­gen Prä­ven­ti­ons­an­ge­bo­te mit ermög­licht hat.

22. Sep­tem­ber 2026
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23. Sep­tem­ber 2026
  • Eltern­abend Kl. 6, 8 und 10
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